Mein Prostatakrebs

Ich habe von Medizin so gut wie keine Ahnung und bin zunächst auf die Aussagen der Fachleute angewiesen. Einige Unstimmigkeiten irritierten mich allerdings, und ich suchte dann doch im Internet nach Antworten (was ich auf meinem eigenen Fachgebiet nun gerade nicht leiden kann!). Zunächst suchte ich nach Bestätigungen der mir gegenüber gemachten Aussagen im Sinne der Fachleute und suchte z.B. nach „Erfolg Chemotherapie“, „Nutzen Chemotherapie“ etc.). Ich fand jedoch erschreckend wenig belastbare Informationen, sondern in erster Linie verbale Aussagen. Das beseitigte nun nicht gerade mittlerweile aufgekommene Zweifel.

Die folgenden Darlegungen sind rein subjektive Empfindungen, betreffen ausschließlich mein Verständnis zu der Sachlage, entbehren jeglicher fachlicher Wissenschaftlichkeit, sollen Anregungen geben, sich rechtzeitig mit der Problematik zu beschäftigen und sind keinesfalls als Handlungs- oder Entscheidungsvorlagen zu verstehen!!!

Dennoch sollte man sich mit diesen Fragen kritisch auseinandersetzen, die Unterstützung der Fachwelt betreffs des Verständnisse empfinde ich sehr unzureichend, man wird oft allein gelassen, nicht für voll genommen und muss u.U. sogar die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen.

Mich hat es Anfang 2017 mit Prostatakrebs erwischt, der sich zunächst kaum bemerkbar machte und auch nicht gleich erkannt wurde.

Da steht zunächst die Frage, woher kommt der Krebs. Meine Lebensweise war in den letz­ten 25 Jahren beinahe vorbildlich (gesunde Ernährung – mit Ausnahme meines Appetites auf Wurst und Fleisch, Regelmäßigkeit, ausreichend Schlaf, Bewegung). Lediglich psychi­sche Belastungen beeinträchtigten mich. Allerdings sollte man die Situation zur Zeit mei­ner Geburt mit berücksichtigen: nachkriegsbedingte Mangel-Ernährung, überirdische Atombombenversuche. Eine „Schuld“ zu finden, ist kontrapunktiv; das erinnert mich an das Buch Hiob im Alten Testament.

Über Krebs wird viel geschrieben, teilweise widersprüchlich, unverständlich und auch re­gelrecht falsch. Was ich verstanden habe: es handelt sich um Tumore (Gewebe-Gewäch­se), die gesundes Gewebe verdrängen bzw. zersetzen. Jeder Krebs hat seine Eigenarten, die sich bei jedem Menschen anders auswirken können. Krebs wird anfangs gar nicht be­merkt, man fühlt sich topp gesund. Das Thema „Krebs“ lässt sich derzeitig nur statistisch erfassen. Sowohl Erkennung als auch Behandlung oder gar Heilung sind derzeit nicht be­friedigend möglich.

Krebs ist nach derzeitigem Kenntnisstand ein Gendefekt, der aus mehreren zufälligen klei­nen Störungen besteht. Bei über 20.000 Genen können verschiedene Kombinationen zu Krebs führen, aber auch nur dann, wenn diese aktiviert sind. Genstörungen gibt es (nicht nur) beim Menschen praktisch von Geburt an. Andernfalls wäre eine genetische Evolution gar nicht möglich, und die Menschen hätten nicht mal das Niveau eines auf einem Baum hockenden Affen erreicht! Manche dieser Störungen sind fatal. - Nach genauerem Hinsehen merkte ich, dass es nicht mal um einen Gendefekt geht. Die Krebszellen haben meistens die identischen Gene und somit die selbe DNA wie die gesunden Zellen, nur sind da einige Gene anders aktiviert (ein statt aus bzw. umgekehrt). Das macht sowohl eine Diagnose als auch eine Therapie so schwer!

Bei der Reparatur von Verletzungen werden Stammzellen dorthin beordert und nach Be­darf programmiert. An dieser Stelle werden genetische Fehler weitergeleitet; im schlimms­ten Falle werden die Stammzellen selbst kompromittiert. Zwei wichtige Funktionen können schief laufen: erstens kann die erforderliche Zellteilung, um einen Schaden zu neutralisie­ren, ausufern, und zweitens kann das Stoppen der Zellteilung, wenn der Auftrag ausge­führt ist, ausfallen. Da es sich um körpereigene Zellen mit einer normalerweise beabsich­tigten und nützlichen Funktion handelt, kann das Immunsystem (speziell die T-Zellen) Ab­artigkeiten gar nicht oder nur mit großer Verspätung erkennen (und dann markieren). Oft­mals kann sich der Tumor erfolgreich tarnen. Das Immunsystem sollte die „Fresszellen“ aktivieren und zum Tumor schicken. Aber auch da kann sich der Effekt umdrehen, nämlich dass der Tumor die Immunzellen markiert und diese dann beseitigt werden. Es gibt Ansät­ze bei bestimmten Karzinomen T-Zellen und Krebszellen zu entnehmen, die T-Zellen um­zuprogrammieren, zu vermehren und wieder zu injizieren (die sogenannte Immunthera­pie). Das ist nicht nur sauteuer, sondern kann auch tödlich enden.

Irgendwann kippt das ganze System, und der Mensch wird spürbar krank – in der Regel sogar todkrank.

Ich stelle mir den Krebs vor wie Pilze. Man kann einen Pilz rausreißen, dann stört er nicht mehr. Er kommt aber wieder. Unter der Erde befindet sich ein Pilzgeflecht, welches für Nachschub sorgt. Nun gibt es mehr oder weniger giftige Pilze. Zu viele Pilze schaden je­doch immer (den Wirt, die Umgebung). Sehr unterschiedlich entwickelt sich die Vermeh­rung über das Pilzgeflecht, je nach Pilzart, Boden, umgebenden Pflanzen, Feinden (Wür­mer, Käfer). Seit Jahren kämpfe ich im Garten für einen guten Rasen: vertikutiere und dün­ge im Frühjahr; auf chemische Mittel verzichte ich. Der Rasen sieht dann erst mal für eini­ge Zeit sehr grausam aus, erholt sich aber meistens. Das hilft letztlich dem Gras, aber auch den Unkräutern, den „Schädlingen“ und auch den Pilzen. Man muss schon sehr ge­zielt die beabsichtigte Wirkung anzielen, muss aber immer mit „Kollateralschäden“ rech­nen.

Behandlungsmethoden

Die durch die Schulmedizin anerkannten Maßnahmen sind Operation (herausreißen), Chemotherapie (Unkrautvernichter) und Bestrahlung (austrocknen). Die Ursache (Gen­veränderungen) wird damit wohl kaum behoben, d.h. der Tumor kann (oder wird) wieder­kommen. Ziel ist jedoch, die „Tumormasse“ wirksam zu verringern und damit das Wachs­tum und die Aus­dehnung möglichst weit hinauszuschieben. Risiken gibt es bei jeder Operation, meistens auch bleibende Schäden (Funktionsstörungen) nach dem Entfernen von Gewebeteilen. Chemotherapie wirkt auf alle Zellen, trifft aber Tumorzellen am empfind­lichsten; leider wird dabei das Immunsystem massiv angegriffen. Bestrahlung kann man bei kleinen Tumoren heutzutage präzise steuern, sodass nur direkt anliegendes Gewebe in Mitleidenschaft ge­zogen wird. Problematisch wird es jedoch, wenn der Tumor gestreut hat (in den Nachbar­garten gewuchert).

Von alternativen Medizinern werden „Wundermittel“ angepriesen. Beispielsweise wird die Misteltherapie angepriesen (zur Stabilisierung des Immunsystems). Der Sinn dieser Sache erscheint mir jedoch zweifelhaft, ob das Gift nun von der Mistel oder von der Eibe kommt, dürfte den Unterschied nicht machen; ähnliches gilt für das angebliche Vitamin B17 (Apri­kosenkerne, auf Blausäurebasis). Anders sieht es bei der Hyperthermie (nach Ardenne) aus, die aber in modifizierter Form (über gebündelte kreuzweise ausgestrahlte Schallwel­len) auch schon von der Schulmedizin angewendet wird, wenn die Rahmenbedingungen geeignet scheinen. Die Idee der Sauerstoff-Behandlung ist aus mir unerfindlichen Gründen ins Abseits geraten, ernähren sich die Tumorzellen vorwiegend anaerob im Gegensatz zu gesunden Zellen. Gegen derartige Verfahren spricht der fehlende „Evidenz-Nachweis“, also fehlende signifikante Studien. Allerdings muss ich als Mathematiker deutlich machen, dass die Studien der „Schulmedizin“, die ich gefunden habe, überwiegend ebenfalls geradezu wertlos und noch schlimmer irreführend sind!!!

Homöopatische Mittel kann man unterstützend nehmen, aber sie können nicht grundsätz­lich Krebs heilen, was auch die meisten Heilpraktiker anerkennen. Mit Nahrungsergän­zungsmitteln wird viel Geld verdient, aber bei einer grundsätzlich gesunden und nicht ein­seitigen Ernährung bringen sie rein gar nichts, es sei denn der Körper kann wegen eines gesundheitlichen Schadens manche Bestandteile nicht aufnehmen. Das trifft allerdings bei der Chemotherapie zu, sodass währenddessen regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden, um ggf. nachzuhelfen.

Glücklicherweise scheint sich die alte Feindschaft zwischen Schulmedizinern und alternati­ven zu beruhigen und man scheint auch voneinander zu lernen.

Allerdings spielen nach wie vor Geschäftssinn, Daseinsberechtigung, Stolz etc. eine große Rolle bei einem nicht zu unterschätzenden Teil der Mediziner. Die Forschung und Weiter­bildung wird auch wesentlich durch Geld beeinflusst.

Ein unverzichtbarer „Arzt“ ist jedoch der Patient selbst. Eine gesunde Lebensweise (Er­nährung, Regelmäßigkeit, Verzicht auf Suchtmittel und vor allem ausreichend Bewegung) sowie eine optimistische und unverkrampfte Lebenseinstellung sind nicht ersetzbar, auch wenn am Ende der Krebs siegen sollte. Wenigstens sollte man die verbleibende Lebens­zeit genießen, wie auch immer man das wertet.

Vorsorge, am Beispiel Prostata

Um Vorsorge wird viel Wind gemacht (und damit auch viel Geld verdient bzw. auf der an­deren Seite ausgegeben). Mittlerweile lehnen auch namhafte Mediziner jegliche Vorsorge-Untersuchungen ab.

Ich habe es mit der Vorsorge nicht ganz genau genommen, was mir Margit sehr ankreidet; ich kann mich kaum daran erinnern (allerdings war ich auch verwundert, als mir die Auto­werkstatt sagte, dass ich voriges Jahr zum Ölwechsel war). Im Nachhinein fand ich jedoch eine Eintragung in meinem „Haushaltsbuch“, dass ich 2013 einen PSA-Test bezahlt habe, und vor zwei Jahren habe ich mich beim Gesundheitscheck „auf den Kopf stellen lassen“ (incl. Sonographie Bauchraum – die selbe Untersuchung, wo im März 2017 Krebsverdacht herauskam). Die empfohlenen Vorsorge-Untersuchungen (Tastuntersuchung) bringen das Unheil erst zu Tage, wenn es zu spät ist. Ansonsten kann man noch das Pech haben, dass das Karzinom aggressiv ist (wie bei mir).

Im Nachhinein habe ich mich mit der Problematik Früherkennung bzw. Gesundheits-Vor­sorge genauer beschäftigt. Eine im KH Friedrichstadt ausgelegte Broschüre von der Deut­schen Krebsgesellschaft machte mich nachdenklich, insbesondere was den Sinn des PSA-Testes auf Verdacht auf Prostatakrebs betraf. Nämlich:

von 1.000 Probanden, die keinen PSA-Test machen ließen,

von 1.000 Probanden, die regelmäßig einen PSA-Test machen ließen,

Man hat gerade mal ein Menschenleben von 1.000 gerettet (0,1 %). Aber zu welchem Preis?

In 34 Fällen mehr wurde Prostatakrebs festgestellt zzgl. 100 Fälle Fehlalarm, macht zu­sammen 134 mal Prostatakrebs-Alarm bei 1.000 Probanden (13,4 %)! Ein Menschenleben gegen 134 unnötige Kranke.

Nun beschränkte sich die Untersuchung auf den PSA-Test, der von den Krankenkassen nicht bezahlt wird und demzufolge ungnädig behandelt wird. Dabei hätte er in meinem Fall bei einer 20-fachen Grenzwert-Überschreitung eindeutig und berechtigterweise Alarm geschlagen.

Der einzige bezahlte Test ist die Tastuntersuchung. Diese ist direkt nicht möglich, sondern muss über den Darm erfolgen, wobei natürlich Voranzeichen eines Prostatakrebses nur in den seltensten Fällen erkennbar sind; meistens ist es dann zu spät.

Bei einer (nicht empfohlenen) Sonografie können u.U. gefährliche Veränderungen erkannt werden, aber da muss man schon sehr genau hinsehen. Bei mir hat es ein Arzt gemerkt, ein anderer nicht.

Mit MRT kann man die Situation vielleicht am besten erfassen, das wird aber wegen des hohen Aufwandes (wie auch Knochen-Szintigrafie und PSMA-PET/CT) nur bei positivem Befund gemacht.

Was ist nun die notwendige Konsequenz aus einem Prostatakrebs-Verdacht – andernfalls wäre die Vorsorge sinnlos:

Bei positivem Befund muss gehandelt werden:

Dazwischen gibt es verschiedene, aber auch schonende Verfahren. Praktisch wird jedoch fast immer eine Operation vorgenommen. Was ist damit verbunden?

Lohnt sich dieses Opfer? Für den einen Fall von 1.000 möglicherweise, aber auch der ist vorzeitig Qualen ausgesetzt, lebt vielleicht nur wenige Monate länger.

Nehmen wir folgenden Fall an:

Das ist Statistik!

Mein spezieller Fall

Mein Prostatakrebs wurde vom Urologen aus Nachlässigkeit zunächst nicht erkannt. Die typischen Anzeichen wie Prostataschmerzen, Beeinträchtigung bei Blasen- und Darment­leerung, Blutbeimengung im Urin und „Ischias“ ähnliche Schmerzen waren bei mir zu­nächst gar nicht vorhanden und zeigten sich später nur untergeordnet. Meine ursprüngli­chen Beschwerden ließen sich anderweitig erklären, z.B. die Pinkel-Attacken, die nur auf­traten, wenn ich mit vollen Händen mit dem Schlüssel vor der Haustür herumfummelte (psychisch?), mehrmaliges Austreten nachts (teils im vorauseilenden Gehorsam) – war bei Margit teilweise noch ausgeprägter - , leichte Schmerzen beim Pinkeln (tatsächliche Erkäl­tung!). Meinen ersten Harnverhalt schob ich noch auf eine Verkrampfung (psychisch, viel­leicht auch durch leichte Schmerzen beim Pinkeln). Nach Entfernung des Katheters habe ich noch Wettkämpfe mitgemacht. Der Verdacht auf Krebs ist mir erst wenig später zuge­kommen. Der Urologe äußerte auch keinen diesbezüglichen Verdacht, aber die Hausärztin kriegte es eigentlich nur zufällig heraus.

Zunächst versuchte ich nach der Biopsie (auf Anraten mehrerer Ärzte), Genaueres zu er­kunden, insbesondere, ob Metastasen vorlagen (unterschiedliche Untersuchungsergebnis­se) und hoffte noch auf eine Möglichkeit einer Operation trotz der mir bekannten Kollate­ralschäden. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nach einer PSMA-PET/CT-Untersuchung nicht. Das Ergebnis der Prostatakrebs-Konferenz bekam ich übrigens kommentarlos per Post zugesandt.

Es wurde eine Antihormon-Behandlung begonnen, zunächst mit Tabletten, die das Ando­cken von Testosteron an die Krebszellen abblocken. Ohne Testosteron können sich Pro­statakrebszellen nicht teilen, aber absterben können sie ja auch nicht, weil diese Variante bei Krebszellen gestört ist. Die Wirkung ist aber eingeschränkt, es erfolgte eine Umstel­lung auf vierteljährliche Spritzen, die die Testosteron-Produktion unterdrücken (praktisch eine chemische Kastration, die aber reversibel ist). Damit sieht es mit Sex scheiße aus. Unglücklicherweise „kümmern“ sich die Krebszellen (die es nicht machen, werden ausse­lektiert) nach einiger Zeit (ca. 3 Jahre) und produzieren selbst das für sie unverzichtbare Testosteron. Man hat kürzlich herausgefunden, dass eine parallel laufende Chemotherapie die Sache deeskaliert, und das nutze ich jetzt. (Merkwürdigerweise konnte kürzlich die in der Ausbildung befindliche Ärztin bei einer Tastuntersuchung bei mir nichts Ungewöhnli­ches feststellen – habe noch mal nachgehakt. Da fragt man sich natürlich nach dem Sinn einer solchen Untersuchung!) Am Ende haben weder die Hormontherapie noch die Chemotherapie der gewünschten Erfolg gebracht. Es scheinen mehrere Krebsarten wirksam zu sein, die auf die verschiedenen Therapien unterschiedlich reagieren.

Armins Schwiegersohn, der als Urologe in Braunschweig praktiziert, gibt mir noch 5 Jahre. Prof. Wirth von der Dresdner Uniklinik erzählte uns das Beispiel des ehemaligen französi­schen Präsidenten Francois Mitterand, der sich mit einer mir ähnlichen Diagnose noch zwei Mal erfolgreich als Präsident beworben und dann noch zwei weitere Jahre gelebt hat.

Ich lasse mir das Leben nicht verdrießen, sondern genieße es so weit möglich und hoffe insgeheim nach wie vor auf ein Wunder. Da wir nicht weit fortkommen wegen der ständi­gen Arztbesuche (mit Ausnahme des unverzichtbaren Alpenurlaubes im August), haben wir die umliegenden Weinberge und Besenwirtschaften erkundet.

Die jetzt begonnene Chemotherapie belastet mich ganz schön (Schmerzen in den Kno­chen, Schlaflosigkeit, Haarausfall); ich hoffe, dass am Ende wenigstens etwas für mich herauskommt, zweifle aber daran. Zunächst wollte mein Urologe die Chemotherapie über­nehmen, aber als ich dann zum vereinbarten Termin bei ihm war, schickte er mich an die Uniklinik. Solche „Nebensächlichkeiten“ wie Dauerkatheter berühren mich gar nicht mehr.

Update 25.12.17: Die Chemotherapie macht mich ganz schön fertig. Die Fingerkuppen und „Vorder“Füße sind halb taub, halb schmerzen sie. Es kribbelt in Armen und Beinen. Kann nicht mehr Klavierspielen, auch nicht basteln, brauche Hilfe beim Ankleiden. Außerdem schwächele ich (z.B. beim Treppensteigen). Am Krebs hat sich jedoch nichts gebessert – ganz im Gegenteil (Schmerzen nehmen zu). - Der PSA-Wert ist von 37 ng/ml im Juni durch die zu diesem Zeitpunkt begonnene Antihormonbehandlung mit trentantone-Spritze auf 6 ng / ml nach dem ersten Zyklus Chemo-Therapie im Oktober gefallen. Im November ist er auf 5,4 ng / ml gefallen, zu Jahresende auf 3,04. Ich habe meine Geschichte veröffentlicht unter http://de.myprostate.eu/?req=user&id=837 . Übrigens empfand ich die Chemotherapie wie der frühere Beginn und das spätere Ende des Sterbens!

Die weitere Behandlung steht in den Sternen. Die mir zugrunde liegenden Informationen und Empfehlungen taugen nichts, sind widersprüchlich!

Update 10.03.18: Die Nebenwirkungen der Chemotherapie lassen (sehr) langsam nach, Ich versuche wieder Klavier zu spielen, spaziere viel durch die Gegend, bin nicht mehr so k.o. bei der geringsten Kleinigkeit.

Update 31.03.18: Auswertung CT vom 16.03. Es sieht gar nicht so trostlos aus: Primär-Tumor (Prostata) von 45 auf 37 mm verringert, Lymphknoten (exemplarisch) von 14 auf 8 mm innerhalb 10 Monate

Update 02.07.18: Nach der Entfernung des Dauerkatheters fühle ich mich deutlich wohler, keine Schmerzen mehr. Wir waren zum Wettkampf und Wandern im Zittauer Gebirge, auf Wanderurlaub auf den Balearen, in der Schweiz. Ich habe auch an einigen Wettkämpfen teilgenommen – allerdings erwartungsgemäß ohne Erfolg (Kondition auf 50 %), aber ohne Beschwerden. Leider beginnt eine Stelle im Rücken zu schmerzen, dort habe ich Metastasen.

Links und Zitate

Zitat aus http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/die-erfolgsrate-von-chemotherapien :

In der Zeitschrift Clinical Oncology erschien im Jahre 2004 ein Artikel von drei aus­tralischen Professoren mit dem Titel: The Contribution of Cytotoxic to 5-year Survival in Adult Malignancies.

Darin werden die Daten klinischer Studien mit Chemotherapien der letzten 20 Jah­re in Australien und den USA untersucht. Das Ergebnis ist gelinde ausgedrückt nie­derschmetternd. Obwohl in Australien gerade mal 2,3% und in den USA sogar nur 2,1% aller Patienten von einer Chemotherapie profitieren, in Bezug auf das 5-jähri­ge Überleben, wird trotzdem Krebspatienten immer noch angeraten, genau diese Therapien zu machen.

Zitat aus http://www.kbv.de:

Studien belegen, dass diese Wirkstoffe das Leben um einige Monate verlängern können.

Zitat aus http://prostatakrebs-tipps.de/behandlung/chemotherapie/:

Eine Kombination von Chemotherapie mit Hormontherapie nennt man Chemohor­montherapie. Docetaxel als Zugabe zu einer Hormontherapie verlängert wesentlich die Überle­benszeit. Ergebnisse einer Phase-III-Studie E3805, zeigen, dass die Zugabe von Chemotherapeutikum Docetaxel zur Standard-Hormon-Therapie verlängert das Überleben von Männern mit neu diagnostiziertem hormonsensitiven Prostatakrebs um rund 10 Monate.

Zitat aus https://www.onkologie-partner.de/informationen/behandlungsziele:

Es geht dann um verschiedene Ziele wie Linderung von Beschwerden, Verlängerung der Lebenszeit, Erhalt oder Verbesserung der Lebensqualität, Hinauszögern von Siechtum. Im ersten Moment meint man häufig, es sei klar, dass alle Kraft darauf verwendet werden solle, möglichst lange zu leben. Bald aber merkt man, dass ein Abwägungsprozess gefragt ist. Erfolge gegen die Erkrankung können erzielt werden, aber sie müssen möglicherweise mit Nachteilen erkauft werden: beispielsweise könnten Nebenwirkungen von Chemotherapie der Preis für eine Verlängerung des Lebens sein. Hier müssen Arzt und Patient in jedem Einzelfall abwägen, ob Nachteile durch die Therapie akzeptiert werden sollen bzw. müssen.

Zitat aus http://prostatakrebs-tipps.de/

Ein Urologe, den wir als Kassenpatient aufsuchen, erhält für seine Leistung einen Betrag von Euro 26,19, und zwar pro Quartal, unabhängig davon, wie oft wir ihn im Quartal aufsuchen (Stand April 2013). Für einen Tumorpatienten bekommt der Urologe noch einmal 25 Euro extra, wenn er onkologisch verantwortlich ist und noch mal 30 Euro, wenn er unter Hormontherapie steht.

Es gibt viele verschiedenen Diagnosetechniken, von komplexen biochemischen  bis hin zu gigantischen Kernspintomografen. Das hat dazu geführt, dass die Ärzte ihren Patienten  weniger zuhören – und auch weniger auf sie hören. Was der Patient denkt, entspricht nicht dem, was sein Arzt meint, das er denkt. Oft würde sich der Patienten für eine ganz andere Behandlung entschieden, wenn er besser über Nutzen und Risiken informiert würde.

Es lohnt sich mehrere Ärzte zu besuchen, eventuell den Arzt zu wechseln oder eine Zweitmeinung telefonisch über die Krankenkasse  von einem Urologen  einzuholen.

Zitat aus http://prostatakrebs-tipps.de/psa-diagnose/#psa-wert

Bei einer Untersuchung in der Universitätsklinik in Tübingen hat mir ein Radiologe erzählt, dass es Fälle gibt, dass bei PSA < 1 ng/ml sie Metastasen auftreten und nur durch die Symptome wird Prostatakrebs diagnostiziert.

Der PSA Wert gehört zu den wichtigsten Kriterien der Prostatakrebs Diagnostik. Jedoch noch wichtiger ist das PSA Wachstum. Unabhängig vom Alter oder Krebsstadium, nur wenn der PSA wächst, bedeutet das für den Betroffenen, dass der Tumor auch wächst und ist “aktiv”. Es sind mindestens zwei PSA Tests in kurzen Zeitabständen (2, 4, 6 Wochen, abhängig vom Arzt) nötig, um das PSA Wachstum oder Stagnation festzustellen.

Tumor mit Gleason Score 8, Gleason Score 9, oder 10 ist ein sehr aggressive, hochgradige Tumor auch Maligne (bösartig) genannt. Bildet Metastasen schon sehr früh, oft noch vor der Krebs Diagnose, die Heilung ist nicht mehr möglich. Wie viele Jahre bleiben noch zum Leben ist hier nicht möglich zu beurteilen. Es ist aber kein Todesurteil. Ich habe Männer getroffen, die schon über 10 Jahre mit aggressivem Prostatakrebs leben. Es hängt viel vom behandelten Arzt ab, von der Art der Behandlung, vom Alter des Patienten und seiner psychischen und physischen Verfassung und was sehr wichtig ist, von Patienten Engagement. Mit ein bisschen Glück ist es möglich auch einen aggressiven Krebs zu stabilisieren, und manchmal für sehr viele Jahre zum Stillstand bringen.

Zitat aus http://prostatakrebs-tipps.de/testosteron/

Testosteron ist wichtig für die Funktion von Knochen, Muskeln, Herz-Kreislauf, Blutbildung und Sexualität.. In den letzten Jahren wurde zunehmend auch die schützende Funktion von Testosteron auf Herz und Gefäße entdeckt, die im klinischen Alltag eine wichtige Rolle spielt.

Über die Wirkung von Vitamin D: http://www.symptome.ch/blog/das-brustkrebs-gen/

über Vitamin D3 und Curcuma sowie Allgemeines zu Krebs: https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=hIHCVSFs5uk

Über Sinn und Unsinn von Früherkennung und medizinischen Übereifer findet der interessierte Leser Hinweise in:

http://de.myprostate.eu/?req=user&id=537&page=report

Informationen zum Thema Krebs findet am u.a. bei:

kritische Literatur (Vorsicht! Aber nachdenkenswert!):

Stand: 21.09.18 Christian Haufe www.edv-haufe.de