Datensicherung



In meinen ca. 20 Jahren PC-Praxis fand ich immer noch kein Backup-Programm, welches funktioniert, abgesehen vom gehobenen Preis.

Die vollmundigen Behauptungen entpuppten sich generell als Werbetricks. Beispielsweise bedeutet die Aussage, das Programm unterstütze dies oder jenes, entweder, dass eine sowieso vorhandene Funktion des Betriebssystemes oder der Applikation durch das Backuprogramm nicht wesentlich behindert wird, oder dass ein gepfefferter Aufpreis fällig wird, der den Preis des eigentlichen Programmes auch mal übersteigen darf.

Nun kenne ich zwar nicht alle Programme, aber zu vielen weit verbreiteten sowie auch aktuellen Tendenzen kann ich doch mehr beitragen, als der arglose Kunde auch nur im entferntesten ahnt.

Am Ärgsten ist der EDV-Betreuer dran: nur er weiß, wie wichtig eine sorgfältige Datensicherung ist, jedoch muss er sie irgendwie mit in jedem Fall ungeeigneten Mitteln realisieren!

Die einzige Regel lautet: irgendwann lässt sich jede Datensicherung etwas einfallen, ihren Zweck nicht mehr zu erfüllen! Wenn dieser Zeitpunkt erreicht wird, läuft das Backup mit diesem Programm nie wieder zeitgesteuert!!! Keines der mir bekannten Programme überlebt z.B. auf Dauer den Fehler, wenn einmal das falsche Band eingelegt war!!!

Leider kann es sogar zur Umkehrungen kommen, dass während des Versuches der Datensicherung der Server crasht oder sogar Daten vernichtet werden!

Ich behaupte, dass in weniger als 20% der Firmen ohne zuständigen Administrator keine Datensicherung wirklich läuft.

Beispiele:

Windows image backup

Seit Windows 7 / Server 2008 steht windows image backup zur Verfügung. Damit ist ein vollständiges image des Betriebsystemes möglich. Es werden u.a. von allen ausgewählten Partitionen vhx(d)-Dateien angelegt – dies ist das Format der virtuellen Maschinen von Windows (z.B. Hyper-V) (sie lassen sich aber nicht ohne weiteres starten!).

Die Versionen der verschiedenen Betriebssysteme sind ziemlich unterschiedlich. Hier soll nur das Verhalten unter Windows 2012 R2 besprochen werden (2008 R2 und 2012 sind ähnlich).

Eine Datensicherung ist grundsätzlich nur sinnvoll, wenn sie weit ab von der Quelle (möglichst in einem anderen Gebäude oder entfernbar liegt bzw. aufbewahrt wird) und wenn verschiedene Versionen erstellt werden. Genau dafür ist windows image backup in der normalen Einrichtung nicht geeignet!

Windows image backup muss installiert sein (über den Server-Manager), sinnvollerweise incl. Befehlszeilentool (wbadmin). Man kann über die GUI eine Einmalsicherung oder einen Sicherungszeitplan erstellen. Als Ziel kann angegeben werden:

  1. eine Festplatte (kann auch extern sein, z.B. USB oder eS-ATA)

  2. auf eine Partition eines (externen) Laufwerkes

  3. eine Freigabe (z.B. NAS)

Wechsellaufwerke wie Bandlaufwerke oder RDX sind nicht möglich!

Externe Platte

Erfolgt die Sicherung auf eine direkt angeschlossene Festplatte, dann kann kein Verzeichnis angegeben werden. Die erste Sicherung erfolgt als Vollbackup, alle weiteren Sicherungen werden inkrementell erstellt, indem direkt in die VHD hineingeschrieben wird. Dabei werden Schattenkopien mit gesichert, sodass ein Rückgriff auf ältere Versionen der Dateien in gewissem Grade möglich ist. Droht die Platte voll zu werden, werden die ältesten Schattenkopien automatisch gelöscht. Dieses Verhalten lässt sich nicht ändern. Diese Methode sieht ganz gut aus, hat aber einen Haken:

Die Platte kann nicht gewechselt werden.

Partition eines Laufwerkes

Von einer Partition eines Laufwerkes kann nicht gebootet werden.

Die Platte kann nicht gewechselt werden. Tut man das doch, dann wird auf der neuen Platte zunächst logischerweise ein Vollbackup angelegt. Befindet sich bereits ein Vollbackup drauf, dann passt das nicht zur Backup-Folge, d.h. es wird kein Backup durchgeführt. Das merkt man natürlich erst, nachdem die erste beschriebene Platte wieder angesteckt wurde – d.h. wenn man den Kunden bereits wieder aus dem Auge verloren hat!

Folgende Auswege sind möglich:

NAS

Erfolgt die Sicherung auf eine Freigabe, dann können auch Verzeichnisse angegeben werden, z.B. „Montag“ etc. Der Verzeichnis-Name für den zu sichernden Server wird automatisch ergänzt, sodass mehrere Server auf einem NAS gesichert werden können. Es ist aber keine inkrementelle Sicherung möglich, sodass die Backupzeit eng wird – das gilt aber für ab Windows 2012 R2 nicht mehr. Außerdem erlaubt die GUI von windows image backup keine unterschiedlichen Ziele, z.B. Montag, Dienstag etc.! D.h. über die GUI ist die Sicherung auf NAS witzlos – geht nur über die Befehlszeile. Folgende Probleme sind weiterhin zu berücksichtigen:

Sicherung über die Befehlszeile

Eigentlich kann man nur über die Befehlszeile auf NAS sichern. Das lässt sich dann über die Aufgabenplanung automatisieren. Ein typisches Backup-Kommando wäre z.B.

Diese Methode funktioniert auch mit einer externen Platte, die regelmäßig gewechselt wird.

Zu beachten ist, dass die Backup-Aufgaben nicht nur im angemeldeten Zustand ausgeführt werden (Häkchen!) - beim Ändern des Administrator-Passwortes dort auch eintragen!

Auch hier treten die o.g. Kapazitätsprobleme auf, d.h. man muss mindestens das Doppelte des Festplattenvolumes für den Anfang vorhalten! Zu beachten ist auch der Zeitaufwand! Eine Anbindung mit Fast Ethernet (100 Mb/s) ist sehr knapp bemessen!

Aufmerksamkeit ist bei der Überprüfung erforderlich: Der Aufgabenplaner registriert nicht, ob und wie das Backup gelaufen ist, weil dann die Protokolle nicht ohne weiteres aufzufinden sind! Im nichtangemeldeten Zustand wird in der GUI auch nichts angezeigt!

Alternative

Eine zeit- und platzsparende Lösung ist die Nutzung eines NAS als iSCSI-Laufwerk. Dieses wird logisch wie eine externe Festplatte (nicht wechselbar) behandelt (mit dem Vorteil der inkrementellen Sicherung – zeitsparend; unterschiedliche Generationen sind dann auch nicht erforderlich – platzsparend). Hier kann man sich auch den Umstand mit Aufgabenplaner und Befehlszeile sparen.

Probleme bei allen online angeschlossenen Backup-Medien

Alle Medien, die online angeschlossen sind und direkt oder über eine Freigabe adressierbar sind (externe Festplatte, iSCSI-Laufwerk, NAS), sind gefährdet, z.B. durch Verschlüsselungs-Viren („locky“). Dieser Fall ist tatsächlich schon mehrmals aufgetreten.

Ein funktionierender Ausweg wäre z.B. auf ein NAS zu sichern und von dort aus dem Betriebssystem des NAS auf eine am NAS angeschlossene externe Festplatte. Dann gilt aber wieder das oben genannte Problem „Das Backup-Verzeichnis beinhaltet immer noch das Datum im Namen. Wenn man dieses auf ein externes Medium schreibt, wird mit jeder Kopie ein zusätzliches Verzeichnis angelegt, d.h. über kurz oder lang läuft das externe Medium über“.

Ntbackup / sbackup

NTBackup ist durchaus geeignet, „mal schnell“ eine Sicherung (auf Band oder Disk) durchzuführen. Bei aller Primitivität nutze ich dies regelmäßig, und wenn es nur dazu dient, den an den Kunden übergebenen Stand auf einer externen Festplatte zwecks Nachweis zu hinterlassen. Dasselbe gilt für sbackup auf dem NetWare-Server. Das Perfide an der Geschichte ist jedoch, dass eine geplante Datensicherung eine völlig unvoraussehbare Zeit läuft: einmal (und dann nie wieder), eine Woche, ein Jahr, im absoluten Glücksfall sogar bis zum Ende des Servers. Plötzlich jedoch bleibt die Datensicherung hängen – es gibt dann u.U. keine Möglichkeit (aber nicht immer) mehr, diese zur Funktion zu bewegen. Ursache können Servicepacks sein, aber auch nur das einmalige Hängenbleiben einer Sicherung. Dann hilft weder ein Neuanlegen des Jobs, der Wechsel der Bänder oder des Laufwerkes. Manchmal liegt diese Ursache auch nur darin, dass statt des Administrators der Ersatz-Administrator das Backupprogramm bedient oder auch nur während des Ablaufes desselben gerade zufällig angemeldet ist. Ob es sich um eine Band- oder Plattensicherung handelt, ist unerheblich!

Arcserve

ist ein Programm, bei welchem ich an entsprechender Stelle völlig berechtigt ein „s“ und eine „h“ einfüge. Nach einem harmlosen Software-Update, einem Update des Internet-Explorers oder eines sonstigen Programmes läuft urplötzlich eine Komponente nicht (z.B. der Datenbankdienst, der Jobdienst, der Banddienst oder die Anmeldung – manchmal ist auch „nur“ die Lizenz urplötzlich weg). Eine Neuinstallation kann man sich sparen – man sollte zur preiswerteren Variante des Kaufes eines ebenso untauglichen Konkurrenz-Programmes greifen! Ganz kritisch ist die remote Bedienung des Arcserve-Managers, sei es über Terminal-Client, VNC oder PCAnywhere. Manchmal ist es nur eine einzige hängengebliebene Fehlermeldung, die das Programm für alle Zeiten ins Nirwana schickt. Alle Mühe bzgl. Registry-Mogelei, Dienste hoch und runterfahren und sonstige Bit-Fummeleien kann man sich ersparen – hilft maximal für paar Tage. Dass die Fehlermeldungen üblicherweise nichts mit dem wirklichen Fehler zu tun haben, sollte niemanden erschrecken! Meine Freizeit wird arg beschnitten durch das Neubooten von Kunden-Servern einerseits und das manuelle Starten von Backup-Jobs andererseits.

Mehrfach passierte es mir und meinen Kollegen schon, dass jahrelang die Datensicherung mit Arcserve prima funktionierte. Die Rücksicherung klappte aber ohne Vorwarnung ab „Tag x“ nicht mehr – das betrifft insbesondere die Version 9 (auch 9.01 – mit allen möglichen Servicepacks, sowohl unter NetWare 4, 5, 6 als auch unter Windows 2000). Aus Verzweiflung updatete ich dann auf eine aktuelle Version (z.B. 11.5 / SP2). Das Problem war damit nicht behoben! Die Bereinigung der Datenbank beschränkte sich auf das Löschen überflüssiger Datensätze, behob aber keine Inkonsistenzen.

Einzige Rettung ist in diesen Fällen, die Datenbank mittels Arcserve ganz zu löschen und zu hoffen, dass dann kein Restore anfällt (anderenfalls tagelangen Aufwand zum Katalogisieren der Bänder einplanen!).

Die Installation von Arcserve 11.5 / SR2 im remote-Modus bricht übrigens mit einem schwerwiegenden Fehler gleich zu Beginn ab! Die normale Installation gelang mir auch erst nach mehreren Anläufen, weil in völlig unverständlicher Weise MS-SQL-Datenbanken während der Installation abgefragt werden, auch wenn man sie gar nicht benutzen will – aber man kann diese trotzdem nicht sichern ohne einen entsprechenden (kostenpflichtigen) Agenten.

Auch für

Yosemite Tapeware

gilt das oben Gesagte, jedoch bei weitem nicht so hartnäckig.

Arcada Backup-Exec

(jetzt Seagate-Veritas) war lange Zeit mein Favorit, sowohl unter NetWare als auch unter Windows. Bedingt durch die Schlafmützigkeit des Herstellers geriet dieses Programm ins Hintertreffen, während andere durch Sonderaktionen und Bundles kräftig absahnten. Nun versuchte ich es mit der neuesten Version 11d, die in der Werbung super glänzte. Ich war ernüchtert! Die Laufwerke werden immer schneller, aber das kompensieren die Programme ganz lässig. Aus einer Nachtsicherung wird nun ein ganzes Wochenende. Abstürze sind die Regel. Und die eigentlich netten Funktionen wie continous data protection funktionieren ja gar nicht (basieren auf VSS – unter W2K nicht vorhanden). Für eine brauchbare Sicherung brauche ich dann auch noch einen Haufen Agenten und Euros noch und noch.

HP data protection

ist ein wunderschönes Programm nach dem Prospekt. Man kann im Falle eines Total-Crashes vom Band booten und hat das System wieder. Als ich dieses Programm das erste Mal einsetzte, brauchte ich zwei volle Tage, um es zu lizenzieren. Freundlicherweise sagte mir das Programm, dass eine gültige Lizenz vorliegt (mit allem Drumherum), aber gleichzeitig verweigerte es den Dienst mit der Fehlermeldung, dass der Testzeitraum abgelaufen sei! Zwei weitere Tage verbrachte ich damit, ein beschriebenes Band nochmals zu verwenden oder wenigstens zu löschen. Das nächste Mal war ich schlauer, aber dafür war das Bandlaufwerk offline (wegen eines vergessenen Bandes), und die Funktion zum online-Schalten des Laufwerkes hatten die Programmierer gleich mal vergessen. Neuinstallation half nichts, ich muss wohl dem Kunden ein anderes Programm spendieren! - Das hat sich mittlerweile zum Glück gelegt: nach nur einem Tag Suche fand ich die richtige Lizenz!

Positiv an diesem Programm ist jedoch, dass es (in Verbindung mit geeigneter Hardware, z.B. HP Proliant-Server und HP-LTO-Laufwerke) das Booten vom Band unterstützt. Das funktioniert tatsächlich! Ein „jungferlicher“ Server liess sich nach einem Restore eines Images vom Band einwandfrei booten.

Jedoch ist es auch mit dieser Lösung nicht immer möglich, eine active directory wieder zurückzubekommen – insbesondere, wenn VSS abstürzt.

Mittlerweile (November 2009) habe ich auch überwiegend gute Erfahrungen mit diesem Programm – es ist mein Favorit in puncto Sicherung und Rücksicherung eines Servers.

VSS

Die Volume Shadow Copy-Funktion von Windows 2003 ist eine gute Möglichkeit der Sicherung von Files (bis zu 32 Versionen). Allerdings ist sie völlig wertlos, wenn der Server stirbt. Vom Band kriegt man da nichts zurück. Leider stürzt u.U VSS (z.B. wenn auf dem Volume eine virtuelle Maschine läuft) ab, dann sind auch Backups und Images – egal mit welchem Programm – für die active directory völlig wertlos!

Auch die

Hardware

erfreut immer wieder. Spielzeuglaufwerke wie DAT vermeide ich von vornherein. QIC (von Tandberg) läuft einigermassen zuverlässig, wird aber nicht mehr so richtig weiterentwickelt. Vielversprechend erschien mir die bewährte DLT-Technologie. Die Haltbarkeitsgrenze der Laufwerke im Preisbereich von ca. 3.000 Euro bei ca. 3 Jahren ist jedoch ernüchternd. Ich hatte noch kein einziges DLT-Laufwerk, welches 3 Jahre ohne Reparatur durchhielt! Tödlich ist ein „verbrauchtes“ Band mit mechanischen Verformungen, wie sie nach ca. 50 Benutzungen die Regel sind.

Mal sehen, was LTO bringt. Nach Aussagen vertrauenswürdiger Hersteller liegt die Ausfallrate über DLT.

Active directory / eDirectory

Während sich NOVELL NDS / eDirectory vollständig und korrekt sichern und rücksichern läßt (in mehreren Durchläufen: erst Dateisytem, dann NDS und nochmals Dateisytem), ist dies mit der AD nicht möglich trotz der Versprechungen der Hersteller! Hier fand ich schon die abenteuerlichsten Tricks, um den Kunden einzureden, dass dies mit einem entsprechendem Produkt möglich sei!

Beispielsweise ist bereits eine 100%ige offline erzeugt Festplattenkopie eines Clienten auf der selben Maschine nach gewisser Zeit (max. 40 Tage) nicht mehr lauffähig, weil sich in der Zwischenzeit die Paßwörter des Computer-Kontos in der AD geändert haben. Umsomehr trifft dies zu, wenn der „AD-Controller“ selbst veraltet ist.

Eine online-Sicherung der AD ist gleich ganz ausgeschlossen, weil die AD keine „richtige“ Datenbank ist, d.h. es gibt keine zugehörige Backup-Routine, die die gesamte Datenbank (Datei, Hauptspeicher und Zustand) konsistent sichert. Damit ist auch VSS für eine Sicherung nur bedingt tauglich.

Das Perverse an der AD ist, dass im Falle, sie ist nicht mehr vorhanden, keine Rettung des betreffenden Servers mehr möglich ist – er muss komplett neu installiert werden. Man kann den Server zwar im AD-Wartungsmodus hochfahren, aber der Reparatur-Modus veräppelt einen nur. Es ist auch nicht möglich, ohne funktionsfähige AD diese mittels dcpromo wieder zu entfernen (Rückstufen des Servers)!

Imaging-Verfahren

Auf Servern habe ich bislang ausschließlich Programme von Acronis verwendet. Diese Programme bewegen sich immer mehr in Richtung Datensicherung. Eine Funktion habe ich jedoch bei den klassischen Datensicherungs-Programmen bislang vermisst (sicherlich wird es die mittlerweile auch geben): Die Rücksicherung auf inkompatibler Hardware. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn alte Server ersetzt werden müssen. Mit Acronis Backup & Recovery (incl. universal recovery) habe ich mehrere Server ersetzt. Die Ergebnisse waren jedoch ernüchternd, und ich weiß nicht, ob ich noch einmal das viele Geld dafür ausgebe!

In einem Fall benutzte ich ein ganz neu auf dem Markt befindliches Acronis Backup & Recovery SMB Version 8. Als erstes musste ich durch die Lizenzierungsprozedur. Ich konnte nach Angabe meiner Daten einfach nicht die Seriennummer lesen, es wurde mir nur ein Download angeboten. In solchen Fällen bin ich sehr skeptisch – wozu Download bei einer einfachen kurzen Textzeile – steckt da vielleicht eine böse Absicht dahinter? Nach vielen Versuchen, das Problem zu lösen, habe ich die paar Ziffern und Buchstaben dann doch abgespeichert, als Datei geöffnet und ins Lizenzierungsfenster einkopiert (wozu einfach, wenn´s auch umständlich geht?). Nun begann die Installation. Ich wählte alle Komponenten an, aber das Programm fehlte! Man muss nämlich die Installationsroutine ein zweites Mal starten (beim ersten Mal wird nur die Lizenzkomponente installiert – kein Hinweis!), um das eigentliche Programm zu installieren! Die nächste Hürde war das universal restore: ich fand keine Möglichkeit, dieses zu aktivieren. Nach Stunden vergeblichen Sicherungsaufwand war beim Rücksichern die entsprechende Option ausgegraut. Ich begann von vorn und achtete genau darauf, dass ich auch keine Option übersehe – das selbe Ergebnis! Letztendlich entschloss ich mich, eine nur wenige Tage neuere Programmversion (das gesamte Paket, eine volle CD) vom Hersteller herunterzuladen, und universal restore war endlich verfügbar. Warum der Hersteller auf seiner Lizenzierungs-Seite darauf nicht verwiesen hat, ist mit ein Rätsel. Letztendlich funktionierte das universal restore gar nicht wie erwartet. Ich hatte als neue Maschine einen HP Proliant mit einem Hardware-RAID 1, ich musste erst dieses auflösen und die Spiegelung softwaremäßig realisieren. Das Ganze kostete mich erheblich mehr Zeit als geplant, und der Kunde musste fast einen Tag länger warten!

In einem zweiten Fall bin ich ebenfalls auf die Nase gefallen. Aus welchem Grunde auch immer, die Bootpartition ließ sich in der Größe (auch durch den eingebauten minimalen Partitionsmanager) nicht ändern – das war aber der Sinn des Server-Austausches. Zum Glück konnte ich die dynamische Festplatte wieder in eine Basisplatte verwandeln. Dann habe ich die Festplatte ausgebaut, an meinen PC gehängt und mit preiswerten Tools umpartitioniert. Da hätte ich mir gleich den Aufwand sparen können!

Erlebnisse

SNMP geht nicht

Bei einem nagelneuen HP-Server (Windows 2003) geht nach Installation von Arcserve und SP2 die Management-Homepage nicht mehr. Bei der Ursachenforschung bemerkte ich, dass der Windows-eigene SNMP-Dienst nicht funktioniert. Ich deinstallierte diesen, installierte ihn neu, bastelte verschiedene Versionen zusammen, verglich mit anderen Servern – SNMP stürzte gnadenlos ab (Kollision mit kernel32.dll).

Nach ausgiebigem Googlen stieß ich auf den wesentlichen Hinweis:

Ich stoppte alles Arcserve-Dienste und löschte den Registry-Key

HKLM\SOFTWARE\ComputerAssociates\BrightStor ARCserve Backup\Base\SNMP

und schon lief die SNMP.exe wieder!

Sobald ich jedoch einen Arcserver-Dienst startete, mogelte sich o.g. Schlüssel wieder ein, und das Drama begann von vorn.

Ursache ist eine Inkompatibilität zwischen der SNMP.exe und der tasnmp.dll (die zu Arcserve gehört). Unter HKLM\Services\SNMP befindet sich ein Schlüssel, der untergeordnete SNMP-Agenten referenziert. Dort habe ich erst mal alle auf Arcserve verweisenden Einträge gelöscht.

Seitdem geht Arcserve gar nicht mehr, und ich habe es deinstalliert.

Warum ich das bislang noch nicht bemerkte, liegt daran, dass auf allen „meinen“ Servern, wo Arcserve läuft, SNMP gar nicht installiert ist. Die HP-Server jedoch brauchen (und installieren) SNMP für ihre Server-Tools. Jedoch habe ich HP-Server immer auch mit HP-Streamern ausgestattet, und da gehört HP data protection dazu. Im vorliegenden Fall möchte ich jedoch einen vorhandenen relativ neuen DLT-Streamer weiterverwenden.

Keine Anmeldung an Datenbank möglich

Bei Arcserve 11.5 / SP1 unter Windows 2000 funktionierte nach 2 Jahren gar keine Datensicherung mehr: Entweder es war keine Anmeldung an der Datenbank möglich, oder es wurde kein Band gefunden. Ich rettete mich dadurch, dass ich mich allabendlich (auch im Urlaub) beim Kunden einloggte und alle Arcserve-Dienste neu startete; damit bekam ich erst mal das Datenbank-Problem provisorisch „in den Griff“. Erst nach dem Initialisieren der Datenbank lief diese Funktion wieder.

Warum die Bänder manchmal „nicht gefunden“ werden (auch nagelneue, aber nicht immer die selben – völlig sporadisch!), weiß ich bis heute nicht!

Ärgerlich ist auch, dass die Datenbank und die Logfiles mittlerweile (auch nach Bereinigung innerhalb weniger Tage) die ursprünglich reichlich bemessene System-Partition vollrammeln (über 6 GB!). Versehentlich habe ich paar Projekte auf dem Volume, wo auch RIS läuft – das ist praktisch nicht zu sichern, weil der SIS das Logfile bis an den Rand füllt (4 GB!).

Keine Auswahl bei der Rücksicherung möglich

Jahrelang funktionierte sowohl die Sicherung als auch die Rücksicherung mit Arcserve 9.01. Plötzlich jedoch konnte gelang keine Auswahl mehr bei der Rücksicherung (s.o.). Weder Neuinstallation noch Update von Arcserve half. Das betraf sowohl die NetWare- als auch die Windows-Version. Zunächst dachte ich, es läge am Arcserve-Manager, aber es war die Datenbank, die trotz „Bereinigung“ inkonsistent war.

Arcserve-Manager läuft nicht mehr

Der Arcserve-Manager von der Version 9 läuft nicht mehr, nachdem der Internet-Explorer 7 installiert wurde. Auch sonst startet der AS-Manager gelegentlich nicht (insbesondere im Terminal-Betrieb), dann hilft in der Regel, diesen mit dem Taskmanager zu killen und erneut zu starten.

Arcserve-Lizenz ist ungültig

Ich installierte die neueste Arcserve-Version 11.5 SP2 auf einem Windows 2000-Server (SP4 incl. aktuellster Patches). Nach 30 Tagen verweigerte der Jobdienst seine Aufgabe und behauptete, dass keine gültige Lizenz vorhanden sei. Es wurde jedoch die richtige Lizenz angezeigt, aber es ließ sich nicht von Testlizenz auf diese umschalten. Hier hilft auch keine Neuinstallation. Bei CA fand ich einen Hinweis, wie dieser Bug zu beheben wäre – schade um die Arbeit! Diese Version geht wirklich nicht!

Nach zahlreichen Versuchen mit Löschen einzelner Dateien, Umbenennung, Verschieben etc. bekam ich dieses Programm glücklicherweise für paar Wochen zum Laufen.


letzte Änderung: 02.03.2017