Frühlings-Urlaub in den Dolomiten

Unseren Frühlingsurlaub verbrachten wir 2004 in den Sextener Dolomiten – zu Füßen der bekannten Drei Zinnen, nahe der Oesterreicher Grenze, zwischen den Dolomiten und den Karnischen Alpen.

Am 19. Mai starteten wir am Nachmittag, nachdem ich mir einen neuen Dienstwagen (Skoda Octavia) „aus dem Laden“ geholt hatte. Zunächst fuhren wir nach München zu Margits Freundin Dr. Ulrike Herbst. Dort besichtigten wir am Himmelfahrtstag die Stadt bei sonnigem Wetter. Leider ging es Margit nicht besonders gut, sodaß wir das „Besäufnis“ im Garten stattfinden lassen mußten.

Am 21. Mai kamen wir nach insgesamt 800 km Fahrt bei trübem bis niesligem Wetter über Garmisch-Partenkirchen, Seefeld, Innsbruck, Brenner Pustertal am Nachmittag in unserem vorbestellten Quartier in Sexten an. Nach einem kleinen Spaziergang bei wechselhaftem Wetter mit kräftigen Gewitter-Einlagen genossen wir den Ausblick aus unserem Fenster auf den Gsellknoten und weiter links auf den Ort bis nach Moos und ein Stückchen ins Fischleintal bis hinter zum Zwölferkogel.

Am späten Vormittag des 22.5. wanderten wir im Nieselregen über Mitterberg zur Klammbachhütte (1944 m). Am Wegesrand erfreuten uns Stiefmütterchen, verschiedene Enziane, Alpentrottelblumen (die Blume des Jahres!) und massenhaft Krokusse. Unterwegs erschreckte uns ein Auerhahn mit seinem lauten Flügelschlag. In den Bergen lag noch fast geschlossen Schnee, wir stiefelten auch noch durch Schneeflecken. Es war saukalt. Der Frühling war noch gar nicht so richtig ausgebrochen. Die Almhütten sind noch geschlossen wie auch sonstige Restaurants. In den Gärten blühen noch die Kirschen, der Forsythia und die Narzissen. Neu war für uns die prächtige rote Blüte der Lärchen.

Am 23.5. starteten wir 10.30 Uhr bei strahlender Sonne, aber kühlen Temperaturen über Moos zur Rotwandwiesenhütte und Rudihütte (1900 m) – immer an der Abfahrt entlang. Die Wiesen waren von Krokussen übersät. Eigentlich wollten wir von dort über die „15A“ zum Kreuzbergpaß, aber der Weg verlief über ein großes und tiefes Schneefeld. Da sind wir erst mal runter zur „17“, diese entlang, bis sie nach unten abbog, und dann quer durch den Wald – zwischen Schneelöchern und Felsgestein, wo wir manchmal bis zum A... im Schnee stecken blieben, zur „18“. Dort hätte man sogar noch sehr schön Ski wandern können. Am Kreuzbergpaß war noch alles geschlossen wie sonst überall auch. Zurück sind wir über 131/130/13/0, auch wieder mit einer Querwaldein-Einlage. Am Abend waren wir „knülle“.

Am 24.5. begaben wir uns 9.30 Uhr auf den Weg über den Gegenhang zum Innergsell (2065 m) am Fuße des Gsellknotens bzw. der Dreischusterspitzen. Kein Wölkchen am Himmel! Wir brauchten uns kaum durch den Schnee zu quälen, obwohl oben großflächig Schnee lag. Früh war noch Bodenfrost, der Untergrund war gefroren. Die Sicht war prima, und die Sonne wärmte uns. Hinunter gingen wir zum Fischleintal über die „12“, die wir auch hochgekommen sind. Von dort ging es die „1a“ bzw. den Ringweg „0“ durch herrliche Lärchenwälder zum Quartier.

Der 25.5. war wieder ein sonniger, aber kühler Tag. Da noch kein Bus fuhr (außer der Linienbus nach Innigen), fuhren wir mit dem Auto zum Kreuzbergpaß (1636 m) und wanderten auf der Seite der Karnischen Alpen über die Colfrondo-Hütte mit einem Abstecher zur Rinfreddo-Hütte zur Nemes-Alm-Hütte (1877 m), die gerade in die Saison gestartet war – Mittagsrast mit Wein und Bier. Von dort den Hangweg 13 zur Klammbachhütte (1944 m) und wieder zurück zum Kreuzbergpaß. Die Bergwiesen leuchteten blau von Enzian. Herrliche, wechselnde Blicke in die Dolomiten und andere Teile der Alpen erschlossen sich uns. Die Wanderung führte uns auch durch Venetien. Wir sahen einige mehr oder weniger gut erhaltene Miltäranlagen aus dem Dolomitenkrieg (um 1915, wo sich die Oesterreicher und die Italiener prügelten). Auch an diesem Tag hatten wir einige Schneepassagen.

Am 26.5. schien die Sonne nicht ganz so klar, einige Wölkchen zogen vorüber, aber es blieb im Gegensatz zum Wetterbericht trocken. Wir starteten unsere Wanderung an einem Parkplatz im Innerfeldtal (1344 m – irrtümlicherweise nicht am letzten Parkplatz) und wanderten dieses nach oben („105“, an der Dreischuster-Hütte – 1626 m – vorbei), bis wir (erwartungsgemäß) in ca. 1800 m scheebedingt umkehren mußten. Am Nachmittag spazierten wir noch etwas durch den Ort und fotografierten.

Am 27.5. erschreckte uns ein schlechter Wetterbericht, es war trüb, aber zum Glück trocken. Wir fuhren mit dem Auto ins Fischleintal (Parkplatz Fischleinboden in 1450 m Höhe) und wanderten das Fischleintal zur Talschlußhütte (1526 m), und da das Wetter angenehm war, weiter ins Altensteiner Tal. Es zogen paar dunkle Wolken auf, die Bergspitzen verschwanden im Nebel, es graupelte mal kurz, besserte sich dann, und wir stiegen durch Schneefelder bis auf die Bodenalm (2300 m), wo wir angesichts gewaltiger Schneemassen und dunkler Wolken vor dem letzten Kilometer (100 Höhenmeter) vor der Dreizinnen-Hütte kniffen. Auf dem Rückweg begleitete uns zunächst Sonnenschein, aber am Auto holte uns das Gewitter ein.

Am 28.5. ging unsere Urlaubswoche bei Stabingers (Kirchstr. 24) zu Ende. Unsere Vermieter besitzen außer ihrem schönen Haus am Hang mit zwei Ferienwohnungen noch das Mondschein-Hotel im Zentrum von Sexten und eine Konditorei, die täglich 20.000 Torten fertigt und bis nach London exportiert.

Zurück fuhren wir bei strömenden Regen über Osttirol. Eigentlich wollten wir über den Großglockner fahren, aber wir mußten ohne Schneeketten wieder umkehren und durch den Felbertauern-Tunnel fahren. Im Wilden Kaiser speisten wir zu Mittag und erinnerten uns dabei an einen früheren Winterurlaub in Kirchdorf. Infolge des starken Pfingstverkehrs und zahlreicher Geschwindigkeitsbegrenzungen verlief die Heimfahrt nur schleppend, aber kraftstoffsparend. Wir mieden die Autobahn und fuhren bis Regensburg Landstraße. Die Fahrzeit betrug undiskutable 10 Std. 51 Min. bei 71 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 768 km Wegstrecke (incl. Umwege) und einem Durchschnittsverbrauch von 5,5 l / 100 km Diesel.