Urlaub in der Toscana 2002

Über das Reisebüro TUK Berlin (www.tuk.de) buchten wir für den 6.7. bis zum 15.7.2002 eine Bus-Reise in die Toscana unter bewährter, sachkundiger Leitung von Herrn Dr. Neumann.

Am 6.7. stiegen wir um 8.15 in Leipzig-Schkeuditz in den Bus. Die Fahrt ging zunächst über die A9, dann außerplanmäßig wegen Staus über Garmisch-Partenkirchen, Seefeld, Zirler Berg, Innsbruck, Brenner nach Pflersch/Fleres in Südtirol (Hotel Bergkristall www.bergkristall.it).

Am 7.7. fuhren wir – mit Zwischenhalt in Verona (Balkon von Romeo und Julia sowie das römische Amphitheater, wo im Sommer hochrangige Opernaufführungen stattfinden - der ganze Platz vorm Theater stand voller Kulissen) – nach Chianciano Terme in den südlichsten Zipfel der Toscana, wo wir die folgenden Tage im Hotel „Villa Igea“ (leider direkt an der Fernverkehrsstrasse gelegen) übernachteten und auch gut verpflegt wurden (Halbpension mit ausgiebigem Abend-Menü). Der Ort ist landschaftlich sehr schön gelegen, leicht bergig (457,90 m über NN), ringsum bewaldete Hügel und Berge, Sicht auf das weitläufige Chiana-Tal und auf den 1738 m hohen Monte Amiato. Die Altstadt Chianciano ist ein typisches toscanisches „Bergnest“ mit verwinkelten, ursprünglichen Straßen und Gassen. Der Kurort ist das zweitgrößte italienische Bad, etwas versnobt und mit unzähligen Hotels und Geschäften ausgestattet. Im Ort befindet sich auch ein interessantes historisches Museum mit Ausgrabungen insbesondere aus der Etrusker-Zeit.

Am 8.7. besuchten wir Florenz (incl. Stadtführung). Besonders beeindruckten uns die alte Brücke (ponte vecchio) über den Arno, der Piazza della Signorina mit dem Palazzo Vecchio, die Kirche Santa Croce (Museum, Grabmäler und Denkmäler vieler großer italienischer Persönlichkeiten), die San-Lorenco-Kathedrale und natürlich der Dom (der drittgrößte Europas). Die Uffizien hatten leider geschlossen – es war gerade Montag. Auf der Rückfahrt genossen wir noch einen Blick vom Piazzale Michelangelo auf der anderen Seite des Arno.

Florenz


Am 9.7. besichtigen wir Arezzo (dort waren wir schon mal 1999 auf unserer Fahrt nach San Marino) – Ausgangspunkt Parkplatz außerhalb der Stadtmauer unterhalb der Dominikaner-Kirche – , insbesondere die Dominikaner-Kirche, den Dom und den Palazzo Comunale, die Franziskaner-Kirche mit den herrlichen Fresken des Piero della Francesca (Fotografieren verboten!), den Piazza Grande, die Kirche Santa Maria della Pieve, Blick von der Festung. Leider stand die Sonne für ein Foto der Fassade der Bibliothek (Palazzo Pretorio) nicht an der richtigen Stelle (13.30 ist die ideale Zeit, eine Stunde Abweichung bedeutet bereits Schatten), und für die Besichtigung des römischen Amphiteaters reichte die Zeit nicht. Zu erwähnen ist auch das Denkmal für Guido Monaco, den Erfinder der Notenschrift. - Am Nachmittag besichtigten wir eine Ölmühle in der Nähe von Chianciano.

Am 10.7. fuhren wir am Südufer des Trasimeno-Sees, dem viertgrößten italienischen See, vorbei nach Umbrien. Zuerst besuchten wir Perugia, eine Stadt, die durch den Papst Paul III. (nach dem verlorenen „Salzkrieg“) auf die „geköpfte“ Altstadt einfach überbaut wurde. Man kann noch einige ursprüngliche Straßen begehen sowie alte Gebäude betreten; obendrauf wurden einfach neue Gebäude gebaut, und das alte wurde zugefüllt – mittlerweile wieder zugänglich gemacht. Dorthinein kommt man vom großen Parkplatz über eine Rolltreppe. In der Altstadt besichtigten wir am Piazza IV Novembre den Raatssaal „Sala dei Notari“ des Palazzo dei Priori, den herrlichen Springbrunnen „Fontana Maggiori“ aus dem 13. Jh. und den Dom San Lorenzo aus dem 14. Jh. - Nach der Stadtführung fuhren wir nach Assisi. Nicht nur die Basilika des heiligen Franziskus (mit dessen Grab) – eine der drei Wallfahrtskirchen, gebaut 1228 bis 1230, nach dem letzten Erdbeben Ende der 1990er Jahre weitestgehend restauriert – beeindruckte uns, sondern auch der Dom San Rufino und die Kirche der heiligen Clara sowie der Minerva-Tempel (von dem schon Goethe begeistert war) und der Stadtturm am Piazza del comune. Die ganze Stadt Assisi wird z.Z. auf dezente Weise saniert und macht einen geschlossenen Eindruck. - Auf dem Rückweg erfrischten wir uns noch am Nordufer des Trasimeno-Sees in Passignano (kostenlose Badestelle). Am Abend wurde uns zum Tanz aufgespielt.

Am 11.7. besichtigten wir Siena, wo uns natürlich die herrliche Domfassade (Dom San Maria) begeisterte. Die Fragmente eines im 14. Jh. begonnenen Kolossal-Domes überraschten, dort oben drauf schlotterten mir die Knie, aber die Aussicht (insbesondere auf den Piazza del Campo mit dem Palazzo Publico) entschädigte! In Siena befindet sich auch die älteste Bank (1472 gegründet). - Am Nachmittag gab es noch eine niveauvolle Weinprobe im Castello il Palagio bei Mercantale im Chianti-Gebiet mit Besichtigung des Weinkellers und des Schlosses. Die Heimfahrt führte uns auf kleinen Umwegen durch die herrliche Landschaft der Toscana.

Am 12.7. besichtigten wir Orvieto, eine kleine Stadt in Umbrien. In die Stadt gelangt man vom großen Parkplatz am Bahnhof mittels einer Standseilbahn. Auf dem Berg lohnt sich an erster Stelle der Besuch des Doms, dessen Fassade dem Dom von Siena ähnelt. - Da wir beizeiten nach Chianciano zurückkamen, besuchten wir nach einer Verschnaufpause noch das archäologische Museum.

Am 13.7. besichtigten wir Montepulciano, eine typische Bergstadt unweit von Chianciano, sowie Pienza, wo die Piccolomini herstammen und wo Papst Pius II. getauft wurde. Der Rückweg führte uns über Bagno Vignoni, ein altes römisches Thermalbad, durch das Orcia-Tal und nach Sarteano, wo wir eine vom Hotel gesponsorte Weinverkostung erlebten.

Am 14.7. ging es wieder zurück, zunächst zum Hotel „Bergkristall“. Leider war sonntäglicher Stau in Richtung Garda-See, aber dadurch kamen wir bereits vor 15 Uhr im Hotel an und wanderten die verbleibenden Stunden durch die herrlich blühende Bergwelt.

Am 14.7. ging es wieder nach Hause, 16.45 Uhr kamen wir in Schkeuditz an, wir stiegen ins Auto (60,- € Parkgebühr!) und waren 18 Uhr zu Hause.

Außer den langweiligen Reisetagen hatten wir immer Super-Wetter, manchmal zu warm und zu sonnig, auch ein klein wenig diesig, aber “fotogen“.


letzte Änderung: 26.07.2002